[DE] Raucherzahl steigt – die Lösung liegt auf der Hand

Durch den deutschen Blätterwald rauscht ein Ergebnis der DEBRA Studie, welche aufzeigt, dass in Deutschland während der Corona-Pandemie die Zahl rauchender Menschen um viertel stieg. Nun wird wieder nach mehr Regulierung gerufen, anstatt auf die Bedürfnisse der Menschen einzugehen.

Beispielweise wurde die dpa Meldung auch in der ÄrzteZeitung veröffentlicht, “Zahl der Raucher in Deutschland seit Beginn der Corona-Pandemie deutlich gestiegen1.  Darin wird bezuggenommen auf die Veröffentlichung zur aktuellen Rauchprävalenz in Deutschland, welche mit Beginn der “Coronakrise” stark zugenommen hat.

Rauchprävalenz in DE 06/2022 – Quelle DEBRA Studie

Stress, egal welcher Form, ist eine der Ursachen, weshalb Menschen beginnen zu rauchen oder auch wieder rückfällig zu werden. Dies war/ist aufgrund der aktuellen politischen Coronamaßnahmen auch kein Wunder. Schließlich steht im schlimmsten Fall neben möglichen Gesundheitsgefahren, auch möglicherweise die eigene Existenz aufgrund des politischen Agierens auf dem Spiel. Daneben gibt es unzählige weitere Gründe für das Rauchen, wie “die Zigarette danach”, nach einer bestandenen Prüfung oder eines anstrengenden Vortrages.

Weshalb rauchen Menschen? Der Hauptgrund sind die positiven Eigenschaften von Nikotin. Ähnlich wie Koffein, regt Nikotin das Gehirn an. Mehrere Studien konnten belegen, dass Nikotin die Aufmerksamkeit, sowie das Lang- und Kurzzeitgedächtnis positiv beeinflusst 2. Ebenso hat Nikotin positive Eigenschaften bei Parkinson, Alzheimer oder ADHS-Erkrankten 3.

Leider ist der Tabakkonsum mittels Verbrennung so ziemlich die schlechteste Art des Nikotinkonsums, da bei der Tabakverbrennung schädliche Verbrennungsgase entstehen, welche sich bei jahrelangem Konsum nicht gerade förderlich auf die Gesundheit auswirken können.

Dies ist bei dem Umstieg vom Rauchen auf das Dampfen nicht gegeben. Es wird kein Tabak verbrannt sondern eine Liquid erhitzt und verdampft. Rein physikalisch ein komplett anderer Vorgang. Bisher konnte bei korrekter Anwendung auch nicht wirklich etwas gefährliches gefunden werden 4.

An dieser Stelle komme ich auf den o.g. Artikel zurück. Darin wird Dr. Katrin Schaller, WHO-Kollaborationszentrum für Tabakkontrolle mit Sitz im DKFZ, zitiert:

Immer noch dürfen die Hersteller ihre tödlichen Produkte am Verkaufsort bewerben und sie rund um die Uhr an zahlreichen Automaten verkaufen. Rauchenden werden zu wenig Anreize für einen Rauchstopp geboten, und sie erhalten zu wenig Unterstützung beim Ausstieg. Zudem bringen die Hersteller zunehmend neue Produkte wie E-Zigaretten, Tabakerhitzer und Nikotinbeutel auf den Markt.

Frau Dr. Schaller macht hier die Lösung zum Problem.

Mittlerweile ist die wissenschaftliche Datengrundlage eindeutig. E-Dampfprodukte, Tabakerhitzer und Nikotinbeutel sind eine sicherere Alternative für Raucher. Insbesondere dann, wenn Raucher mit anderen Hilfsmittel, wie der Nikotinersatztherapie nicht die Raucherentwöhnung schaffen. Vorbild ist hier Public Health England in Großbritannien, welche erstmalig den Fakt brachten, dass E-Dampfen mindestens 95% weniger schädlich als Rauchen ist. Und das ist noch sehr vorsichtig formuliert. Seit dem wird die Öffentlichkeit regelmäßig auf den Seiten von PHE UK 5 über neue Erkenntnisse zum Thema Dampfen, Rauchstopp und Regulierung informiert. Ebenso das renommierte Cochrane Institut hat zum Thema E-Dampfen eine fortlaufend aktualisierte Studien am Laufen 6.

Dazu ist wieder zu erwähnen, dass die Tabakindustrie erst sehr spät auf den Zug der E-Dampfprodukte aufgesprungen ist. Die E-Dampfprodukteindustrie in ihrem Ursprung war komplett “Big-Tobacco” frei. Diese und die Konsumenten selbst haben die Innovation der E-Dampfe vorangetrieben.

Nicht korrekt ist auch die Aussage bzgl. Werbung: es ist ein Werbeverbot im Bundestag und Bundesrat verabschiedet worden und dies gilt für E-Dampfprodukte ab dem 01.01.2024 7.

Die Tabakkontrolle in Deutschland ignoriert alle wissenschaftliche Belege, dass der Umstieg vom Rauchen auf das Dampfen gesundheitliche Vorteile hat und sogar mindestens doppelt so effektiv ist zur Erreichung eines Rauchstopps ist, im Gegensatz zu den herkömmlichen empfohlenen Therapieformen. So finden sich bei den Autoren der überarbeiteten S3-Leitlinie zur Raucherentwöhnung 8 die üblichen Verdächtigen, welche mit dem Prinzip der Schadensminimierung (harm reduction) nichts anfangen wollen und daher das Potential der E-Dampfe und Tabakerhitzer absichtlich vernachlässigen.

Schlussendlich kommt noch die Politik ins Spiel, welche die Gesundheit gerne hernimmt um regulatorisch in das Privatleben einzugreifen, beim Thema Dampfen aber lieber den Fokus auf den Quell sprudelnder Steuereinnahmen richtet. Mit dem TabStMoG wird eine sicherere Alternative zum Rauchen heftiger besteuert als potentiell schädliche Tabakprodukte 9. Von der Position des Bundesdrogenbeauftragten gar nicht erst zu reden 10.

Im Artikel wird Christina Rummel, Geschäftsführerin der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS), mit dieser Aussage zitiert:

“Das Beispiel Neuseeland zeigt, dass es auch anders geht: Dort soll der Verkauf von Zigaretten langfristig ganz verboten werden. Eine nachhaltige Verringerung des Tabakkonsums gehört auch in Deutschland ganz oben auf die gesundheitspolitische Agenda.”

Frau Rummels erwähnt hier nur die halbe Wahrheit und lässt den wichtigsten Fakt weg. Im Gegensatz zu Deutschland unterstützt Neuseeland aktiv den Umstieg vom Rauchen auf das Dampfen und klärt interessierte Bürger faktenbasiert auf einer eigenen Regierungsseite, “Vaping Facts11 dazu auf.

In Deutschland gibt es aber auch Wissenschaftler, welche sich für das Prinzip der Tabakschadensminimierung mit Hilfe der E-Dampfe einsetzen. Die prominentesten darunter sind: Suchtforscher Prof. Dr. Heino Stöver (ISFF), Dr. Thomas Hering (Pneumologe) und Prof. Dr. Martin Storck (Gefäßchirurgie). Sie und zahlreiche andere Wissenschaftler haben ein entsprechendes Positionspapier zur Tobacco Harm Reduction gezeichnet und veröffentlicht 12.

Für Tabakraucher, welche nicht mit dem Rauchen aufhören können/wollen bedeutet der vollständige Umstieg auf die E-Zigarette eine Schadensminimierung

Und genau das ist die Lösung.

Quellen

  1. https://www.aerztezeitung.de/Medizin/Zahl-der-Raucher-in-Deutschland-seit-Beginn-der-Corona-Pandemie-deutlich-gestiegen-431891.html
  2. siehe auch https://ch-lippmann.de/blog/dampffreiheit/studien/ ⇒ Kategorie Nikotin
  3. siehe auch https://mindstudy.org/
  4. siehe auch https://ch-lippmann.de/blog/dampffreiheit/studien/ ⇒ Kategorie Aerosol
  5. https://www.gov.uk/government/collections/e-cigarettes-and-vaping-policy-regulation-and-guidance
  6. https://www.cebm.ox.ac.uk/research/electronic-cigarettes-for-smoking-cessation-cochrane-living-systematic-review-1
  7. https://ch-lippmann.de/blog/dampffreiheit/2020/09/de-bundesrat-tabak-und-e-zigaretten-werbeverbot/
  8. https://ch-lippmann.de/blog/dampffreiheit/2021/01/de-awmf-s3-leitlinie-zur-tabakentwoehnung-aktualisiert-harm-reduction-vernachlaessigt/
  9. https://ch-lippmann.de/blog/dampffreiheit/2021/06/de-tabstmog-bundesrat-nickt-ab/
  10. https://ch-lippmann.de/blog/dampffreiheit/2021/10/de-voll-daneben-jahresbericht-der-drogenbeauftragten-2021/
  11. https://vapingfacts.health.nz/
  12. https://ch-lippmann.de/blog/dampffreiheit/2020/10/de-isff-positionspapier-tabakkonsum-und-schadensminimierung/

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