[DE] 8. Alternativer Drogen- und Suchtbericht 2021

Am 15.07.2021 hat akzept e.V., Bundesverband für akzeptierende Drogenarbeit und humane Drogenpolitik, den 8. Alternativen Drogen- und Suchtbericht (ADSB) 2021 veröffentlicht. Für den diesjährigen ADSB hat auch dieses Mal der renommierte Suchtforscher Prof. Dr. Heino Stöver die Leitung inne.

Der ASDB ist eine erfrischende Sicht auf den Drogen- Tabak- und Alkoholkonsum aus Perspektive der Praktiker im Gegensatz zum Jahresbericht der Bundesdrogenbeauftragten, welcher voll von ANTZ-NGO-Geschwafel steckt und keinem Menschen weiter hilft.

In dem Kapitel “Tabaksteuer auf E-Zigaretten: Ein Widerspruch gefährdet Ihre Gesundheit” (Seite 75ff) 1 von Prof. Stöver und Dr. Werse, wird die Entstehung des unsäglichen TabStMoG 2 thematisiert.

Prof. Stöver und Dr. Werse vermuten ebenfalls, dass die Einführung der Liquidsteuer auf nikotinhaltige wie auch nikotinfreie Liquids nur dazu dient, die entgangenen Tabaksteuereinnahmen der umgestiegenen Ex-Raucher zu kompensieren.

Eine Rückkopplung mit Gesundheitszielen oder gesundheitlichen Auswirkungen der Nutzung von Tabakerhitzern (Anm. und auch Liquidverdampfer/E-Zigarette) findet dabei (Anm. TabStMoG) nicht statt.

Die Autoren befürchten, wie auch in Studien belegt und in der Praxis anderer Länder geschehen, statt einer Lenkungswirkung weg von der Kippe und ggf. Nikotinkonsum, hin zum Rauchen und auch zum gefährlichen Schwarzmarkt.

Aus Public Health Perspektive ist dies nur als Katastrophe zu bezeichnen

So appelliert Stöver und Werse an die Bundesregierung in Bezug auf die Modernisierung des Tabaksteuer(un)rechts:

  • Die Besteuerung von Nikotinprodukten muss sich am Risiko der Produkte orientieren.
  • Der Finanzbedarf der Bundesregierung darf nicht höher gewertet werden als das Recht von Raucher*innen auf Schutz ihrer Gesundheit.
  • Die Bundesregierung muss einen ganzheitlichen Ansatz der Harm Reduction wählen:
    • Der Schutz von Jugendlichen und Nichtrauchern muss gewährleistet sein. Das ist durch die reichliche und wirksame Gesetzgebung der letzten Jahre der Fall.
    • Es ist an der Zeit, Millionen Raucher*innen in Deutschland den Weg in den Ausstieg zu ebnen, der oftmals nur über den Umstieg auf Alternativprodukte mit drastisch gesenktem Risiko möglich ist.
    • Dazu müssen diese Produkte attraktiv für Raucher*innen sein – auch preislich.
    •  Zudem müssen Raucher*innen auf Basis von Fakten informiert werden –
      auch durch offizielle Stellen.

Schweden, Kanada, Neuseeland, Großbritannien machen es vor. Wie lange will Deutschland hinten anstehen?

Hier gehe ich mit dem Kommentar eines Twitter-Users 3: Für die verantwortlichen Politikern sollte dieser ADSB eine Pflichtlektüre sein!

Weiterführende Informationen

Quellen

  1. 8. Alternativen Drogen- und Suchtbericht 2021 – https://alternativer-drogenbericht.de/wp-content/uploads/2021/07/ADSB8-2021web.pdf
  2. https://ch-lippmann.de/blog/dampffreiheit/2021/06/de-tabstmog-bundesrat-nickt-ab/
  3. https://twitter.com/EngelmannPeter/status/1415655610738221062

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