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[UK] Public Health England – Update zum Dampfen in England 2020

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Das Ministerium für Gesundheit in England (Abkürzung PHE) hat ihren neusten Bericht “Vaping in England: 2020 evidence update summary1 zum Thema E-Dampfen veröffentlicht. In diesem Bericht geht PHE auf die Themen ein, welche aktuell viele aus dem Bereich der öffentlichen Gesundheit interesseriert und beantwortet diese mit wissenschaftlichen Fakten:

Dampfen unter Jugendlichen

Demnach haben 6% der 11-15 Jährigen in 2018 und 5% der 11-18 Jährigen in 2019 die E-Dampfe schon mal genutzt. Die meisten Jugendlichen, welche die E-Dampfe nutzen haben vorher schon Erfahrungen im Rauchen gesammelt. Weniger als 1% der Jugendlichen, welche noch nie geraucht haben nutzen die E-Dampfe regelmäßig.
Die meisten Jugendlichen welche die E-Dampfe schon einmal genutzt haben, haben dies aus Neugier heraus gemacht.
D.h. von einer “E-Dampf-Epidemie” unter Jugendlichen kann keine Rede sein.

 

Dampfen unter Erwachsenen

Die Häufigkeit der Nutzung unter erwachsenen Rauchern liegt zwischen 14%-20%. Unter ehemaligen Rauchern liegt die Nutzung bei ca. 13%. Die meisten Erwachsenen nutzen die E-Dampfe um damit das Rauchen aufgeben zu können. In den letzten 10 Jahren ist das Rauchen generell um 15% zurückgegangen. Ein Verbot von Aromen könnte Raucher vom Umstieg auf das Dampfen abhalten bzw. diese in die Arme des Schwarzmarktes treiben.
Die Daten der Raucherentwöhnungsdienste deuten darauf hin, dass die E-Dampfe gleich, wenn nicht sogar besser als lizenzierte Nikotinersatztherapien zu einem erfolgreichen Rauchstopp führen.

Des Weiteren hat PHE auch eine Pressemitteilung 2 veröffentlicht, welche zum Schwerpunkt hat, dass falsche bzw. unnötige Ängste vor der E-Dampfe rauchende Menschen vom Umstieg auf das Dampfen abhält. Gerade durch die mediale Hysterie zu den Lungenerkrankungen in den USA (ausgelöst durch Vitamin E-Acetat als Streckmittel in illegal gepanschten THC-Liquids), hat sich der Irrglaube, E-Dampfprodukte seien genauso oder noch schädlicher als Tabakzigaretten, weiter verbreitet. PHE rät weiterhin Rauchern zum Umstieg auf das E-Dampfen und es als Hilfsmittel für einen Rauchstopp zu verwenden.

Prof. John Britton, Universität Nottingham, sagt dazu 3:

Rauchen ist nach wie vor die größte vermeidbare Todesursache im Vereinigten Königreich. Die Verwendung von E-Zigaretten ist ein wirksames Mittel, um mit dem Rauchen aufzuhören. Diese neuen Zahlen von PHE sind beunruhigend und unterstreichen die dringende Notwendigkeit von Medienkampagnen, um sicherzustellen, dass alle Raucher verstehen, dass der Wechsel vom Rauchen zum Dampfen eine der effektivsten Möglichkeiten ist, mit dem Rauchen aufzuhören und ihre Gesundheit zu schützen.

 

Dampfen unter psychisch Erkrankten

Gerade bei psychisch Erkrankten ist das Rauchen weit verbreitet. In Großbritannien selbst wurde noch keine Studie durchgeführt, welche untersucht, in wie weit die E-Dampfe diesen Menschen beim Rauchstopp helfen könnte. Einige wenige Studien aus dem Ausland geben Hinweise, dass auch hier die E-Dampfe zu einer signifikanten Reduzierung des Zigarettenkonsums führt.

 

Dampfen während der Schwangerschaft

Rauchen während der Schwangerschaft ist ziemlich das schlechteste was eine Frau tun kann. Leider gibt es aber auch hier noch wenige Forschungsergebnisse, wie sich der Umstieg auf das Dampfen auf die Schwangerschaft auswirkt. Dies soll nun mit Studien aufgearbeitet werden. Generell sollten Angehörige in Gesundheitsberufen rauchenden, schwangeren Mütter dabei unterstützen das Rauchen aufzugeben, auch wenn nötig, mit Hilfe der E-Dampfe. Allein schon die bisherigen Erkenntnisse zum Thema Dampfen zeigen, dass nikotinhaltiges Dampfen immer dem Rauchen vorzuziehen ist.

 

Weiterführende Informationen

  1. https://www.gov.uk/government/publications/vaping-in-england-evidence-update-march-2020/vaping-in-england-2020-evidence-update-summary
  2. https://www.gov.uk/government/news/false-fears-preventing-smokers-from-using-e-cigarettes-to-quit
  3. https://www.sciencemediacentre.org/expert-reaction-to-public-health-englands-latest-e-cigarette-report/

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