[DE] Udo Laschet – Ein Gespräch am Aschenbecher

Udo Laschet hat auf seiner Facebook Seite eine schöne Situation geschildert, in welche ich mich als Dampfer auch immer wieder befinde.

Man steht da und dampft gemütlich vor sich hin und so manch ein Raucher sucht dann das Gespräch.

Für Nicht-Facebook-Benutzer, zitiere ich hier den Artikel, da ich ihn als sehr lesenswert empfinde.

Dampfen – Ein Gespräch am Aschenbecher …
 … Von vielen.
Ein Dampfer steht vor dem Einkaufszentrum, und dampft genüsslich vor sich hin. Zehn Meter neben ihm steht ein riesiger Sammelaschenbecher, an dem sich Raucher versammeln, die den Dampfer teils ignorieren, teils mit skeptischem Blick würdigen. Ein einziger Raucher ist interessiert. Zwischen ihm und dem Dampfer entwickelt sich folgendes Gespräch:
Raucher: “Hallo. Hilft das?”
Dampfer: (lächelt) “Hi. Wogegen?”
Raucher: “Ich hab’ auch schon daran gedacht damit aufzuhören.”
Dampfer: (lächelt) “Womit?”
Raucher: (lacht nervös) “Mit dem Rauchen. Helfen die?”
Dampfer: (lächelt) “Ich muss auf nichts verzichten.”
Raucher: “Acha. Interessant. Sind die denn gut?”
Dampfer: (lächelt) “Im Moment schmeckt mir mein’s besser.”
Raucher: “Sind die nicht gefährlich? Die sagen das doch alle immer …”
Dampfer: “Hat mich bei den Kippen auch nicht interessiert. Trotzdem hab’ ich geraucht. Die Erfahrung macht aber jeder selber für sich. Ich halte sie für ungefährlich.”
Raucher: “Aber in der Zeitung …”
Dampfer: (lächelt, unterbricht den Raucher) ” … Verzeihung. In der Zeitung stehen Dinge, die die Zeitung verkaufen will. Das ist keine persönliche Erfahrung.”
Raucher: (nickt) “Und wie sieht’s tatsächlich aus?”
Dampfer: “Dampfen gibt es jetzt seit 2005. Jedes Jahr werden weltweit Millionen von Dampfgeräten verkauft. Und niemand ist daran gestorben.”
Raucher: (nickt) ” Ist das sicher?”
Dampfer: (lächelt) “Wäre es so, hätte es in der Zeitung gestanden.”
Raucher: “Und die Verletzten durch explodierende E-Zigaretten?”
Dampfer: (lächelt) “Jedes Jahr werden Millionen von Dampfgeräten verkauft. Würden so viele Akkus explodieren, wären die Zeitungen täglich voll davon.”
Raucher: “Stimmt. Aber wie kann das denn passieren?”
Dampfer: “Man muss ein Brotmesser beherrschen, damit man sich nicht schneidet. Wenn Glut runterfällt, gibt’s ‘n Brandloch. Überall wo Akkus verbaut sind, können Akkus explodieren. Auch bei Handys.”
Raucher: (lächelt) “Das ist wahr. Hab’ ich gehört. Wo kriegt man die Dinger denn?”
Dampfer:DAMPFGERÄTE kauft man am Besten in einem Geschäft, wo man nur Dampfgeräte kaufen kann. Da kann man sich auch direkt beraten lassen. Dafür nehmen die sich gerne die Zeit.”
Raucher: “Ich hab schon mal an so ‘nem Ding gezogen. Gebracht hat’s nichts …”
Dampfer: (lächelt) “Es gibt Unterschiede. Ein Dampfgerät muss zum Benutzer passen. Sonst legt er’s schnell weg. Die Zeit, sich EINMAL in einem Dampfshop beraten zu lassen, muss man schon haben. Wenn man will …”
Raucher: “Ich muss. Ich bekomme immer weniger Luft. Ich huste mich morgens kaputt.”
Dampfer: “Die Husterei fällt nach spätestens 14 Tagen weg. Das ist meine Erfahrung.”
Raucher: “Acha. Und die Luft?”
Dampfer: “Keine Ahnung. Ich bin viel im Internet unterwegs. Da schreiben viele, sie bekämen nach einiger Zeit besser Luft. Bei mir war’s auch so. Ich weiß aber nicht, was mit ihrer Luft los ist. Was sagt denn der Arzt?”
Raucher: “Dass ich aufhören muss. Kann also sein, dass es nichts bringt.”
Dampfer: “Ich würd’s immer wieder ausprobieren. Ich vermisse nichts. Ich halte es für sauberer und besser. Ich bin begeistert. Sonst würd’ ich jetzt rauchen.”
Raucher: “Ja danke erstmal. Ich informier mich mal.”
Dampfer: (lächelt) “Immer wieder gerne. (Nennt noch kurz den nächsten Dampfshop) Ich kann nur sagen: Für mich hat es sich gelohnt.”
Raucher: (lächelt) “Danke. Tschüss.”
Dieses, oder ähnliche Zufallsgespräche, habe ich in dieser oder einer ähnlichen Form seit 2010 tatsächlich mehrere Hundert Mal geführt. Meistens vor einem Einkaufszentrum. Meistens neben einem Aschenbecher. Immer mit Personen, die ich nicht persönlich kannte. Immer, wenn ich gerade Zeit hatte. Und immer ohne jede Missionierungsabsicht. Wohl aber in der Absicht, dass man mich und meine E-Zigarette sieht.
Mein Fazit: Jemanden, der neugierig ist, den muss man nicht überzeugen. Jemanden, der skeptisch ist, kann man nicht überzeugen. Ein Acker kann nur bestellt werden, wenn man die Saat ausbringt.
Man überlässt es am Besten jedem, seine Entscheidung selber zu treffen.
Meine Feststellung: Von Jahr zu Jahr sieht man mehr Dampfer, die vor dem Einkaufszentrum ihr Dampfgerät in die Jackentasche stecken. Und immer weniger Raucher stehen am Aschenbecher.

 

Quelle:
https://www.facebook.com/notes/udo-laschet/dampfen-ein-gespr%C3%A4ch-am-aschenbecher-/1345793368787727